Gehirnwellen I

Unser Gehirn produziert fortwährend elektrische Impulse. Diese elektrischen Ströme werden in Amplitude und Frequenz gemessen. Die Amplitude ist die Stärke des Impulses und wird in Mikrovolt angegeben. Die Frequenz  ist die Schnelligkeit oder Häufigkeit der elektrischen Schwingungen und wird in Zyklen pro Sekunde (oder Hertz) gemessen. Die Art der Gehirnwellen - Beta, Alpha, Theta und Delta - wird durch ihre Frequenz definiert.

Unser Bewusstseinszustand wird jederzeit durch eine Kombination dieser verschiedenen Arten von Gehirnwellen bestimmt.

Jeder Bewusstseinszustand entspringt einer Sinfonie von Gehirnwellen, aus dieser Sinfonie sind die Kunst von Picasso, die Musik von Mozart und die wissenschaftlichen Theorien von Albert Einstein hervorgegangen.


    
 Beta (38 - 15 Hz) sind die Gehirnwellen des normalen Wachbewusstseins, der nach außen gerichteten Aufmerksamkeit, des logischen, prüfenden und bewussten Denkens. Die hohen Frequenzen des Betaspektrums werden besonders beobachtet bei innerer Unruhe, Angst, Stress und wenn unser innerer Kommentator oder Kritiker aktiv ist. Sie unterscheiden sich von den niederfrequenten Betawellen des Awakened Mind, dessen Denken klar, wach, aufmerksam und kreativ ist
 
 Alpha (14 - 8 Hz) treten in gelöster, entspannter Grundhaltung, beim Tagträumen und Visualisieren auf (wobei hier alle Sinnesqualitäten gemeint sind; manche Menschen können z.B. Geruchs- oder Tastempfindungen wesentlich intensiver »visualisieren« als innere Bilder). Alphawellen sind das Tor zur Meditation, sie sind als Brücke notwendig, damit Informationen aus dem Theta-Bereich in unser Wachbewusstsein gelangen können. Wenn wir so tief meditieren, dass wir nur noch Theta- und Deltawellen, aber keine Alphawellen mehr produzieren, werden wir uns an die Inhalte der Meditation nicht erinnern können. Alpha ist deshalb besonders in Kombination mit anderen Gehirnwellen bedeutsam
 
 
Theta (7 - 4 Hz) sind die Gehirnwellen des Unter-bewussten. Sie kommen besonders im Traum (REM-Schlaf), in der Meditation, bei Gipfel-erfahrungen und während kreativer Zustände vor. Im Theta-Bereich finden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Bilder aus dem Theta-Bereich sind oft weniger farbig, manchmal bläulich getönt, vermitteln uns aber meist ein tieferes Gefühl von persönlicher Bedeutung als die lebendigen, bunten Bilder der Alphawellen. Thetawellen allein bleiben unbewusst; erst wenn auch Alphawellen dazukommen, können wir ihre Inhalte bewusst wahrnehmen oder erinnern
   
                                 
Delta (3 - 0,5 Hz) sind die Gehirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen den unbewussten Bereich dar. Im traumlosen Tiefschlaf, dem erholsamen Teil des Schlafes, produzieren wir ausschließlich Deltawellen. Sie kommen aber auch in Kombination mit anderen Gehirnwellen vor. Dann entsprechen sie einer intuitiven Aufmerksamkeit, einer Art Radar, einer Einfühlung in Situationen oder andere Menschen. Oft verfügen Menschen aus helfenden Berufen über hohe Anteile an Delta, ebenso Menschen mit traumatischen Erfahrungen, die in einem Zustand ständiger Wachsamkeit leben